Wie so oft im Tanzsport findet ein erfolgreiches Paar nicht auf Anhieb zusammen. Während man in der Tanzschule noch nahezu jedem auf den Füßen stehen kann, zeigt sich beim Übergang in die sportlich-ambitioniertere Turnierklasse, ob die mittlerweile gefestigte Motorik zu der des Partners paßt. Michael und Gabi verdienten ihre ersten Sporen in den jeweiligen Wettkampfklassen mit verschiedenen Partnern. Auch so folgte Punkt auf Punkt und die Paare kletterten in der turniersportlichen Wertigkeit. Doch Michael schien schon früh zu ahnen, daß sich der Weg statt im Trab auch im Galopp nehmen ließe und buhlte bereits 1992 um Gabi. Diese ließ sich davon zunächst nicht beindrucken und tanzte weiter mit der Ihr eigenen Fröhlichkeit und Spaß an Musik und Bewegung.

 

Im Herbst 1996 - natürlich nach einer Meisterschaft, wo so viele Tanzsportkarrieren enden und neue beginnen - gab Gabi dem immer wieder vorgebrachten Drängen nach und nahm ihr Training mit dem schon lange A-Klasse gestählten Michael auf. Man ist versucht zu sagen: Der Beginn einer Erfolgstory...

 

Ins Turniergeschehen starteten die beiden im März 1997 und vertraten in den folgenden Monaten den Blau-Weiß auch bei Turnieren anderer Landesverbände erfolgreich. Mit der Zeit erwarben sie so fundierte Ortkenntnisse in den neuen Bundesländern, lernten die günstigen Tankstellen und die besten Autobahnstops schätzen und brachten verschiedenste Trophäen mit nach Hause. Die Zuschauer waren zurecht begeistert und so blieb neben dem Erfolg auch der Spaß nie auf der Strecke.

 

So kilometerfressend war schon im September 1998 mit 12 Plazierungen der Endspurt in die S-Klasse geplant, als Michaels Blindarm eine Turnierpause erzwang, die ihre Fortsetzung in einer zweiten Operation im November fand. Zur Weihnachtsfeier zwar immer noch unplanmäßig in der A, ließ der verdiente Aufstieg aber nur noch bis 9. Januar 1999 auf sich warten. Seitdem rollen die Beiden in der S I das Feld von hinten auf und zeigten uns ihre Fähigkeiten mit einem Vizemeistertitel bei der Berliner Meisterschaft der S II. Nach einem beachtlichen Resultat beim Blauen Band drückt der Blau-Weiß die Daumen für den anstehenden Deutschlandpokal.

(Stefan Munko, April 1999)